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Glossar · KI-Grundlagen

Was ist ein KI-Agent?

Ein KI-Agent ist ein Softwaresystem, in dem ein Sprachmodell nicht nur antwortet, sondern selbstständig ein Ziel verfolgt: Er plant Schritte, nutzt Werkzeuge wie Suche, E-Mail oder Dateizugriff, bewertet die Ergebnisse und arbeitet weiter, bis die Aufgabe erledigt ist oder ein Mensch entscheiden muss.


So funktioniert ein KI-Agent

Im Kern jedes Agenten steht ein Large Language Model. Es erhält ein Ziel, Anweisungen und eine Auswahl an Werkzeugen. In einer Schleife entscheidet das Modell, welches Werkzeug es als Nächstes aufruft, erhält das Ergebnis und plant den nächsten Schritt. Typische Bausteine sind:

  • Anweisungen: Rolle, Tonalität, Regeln und Grenzen des Agenten.
  • Wissen: Zugriff auf Dokumente, etwa über RAG.
  • Werkzeuge: Aktionen wie Suchen, Kalender lesen, E-Mails entwerfen oder Dateien erstellen – häufig angebunden über das Model Context Protocol.
  • Auslöser: eine Chatnachricht, ein Zeitplan oder ein Ereignis, das den Agenten startet.
  • Gedächtnis und Verlauf: was in früheren Schritten und Läufen passiert ist.

Chatbot, Automatisierung, Agent – der Unterschied

Ein Chatbot beantwortet Fragen. Eine klassische Automatisierung folgt einem festen Wenn-dann-Ablauf. Ein Agent verbindet beides: Er kann flexibel auf unvorhergesehene Situationen reagieren, arbeitet aber innerhalb festgelegter Werkzeuge und Rechte. In der Praxis entstehen die besten Ergebnisse oft aus einer Mischung – feste Schritte dort, wo Verlässlichkeit zählt, Modellentscheidungen dort, wo Sprache und Urteilsvermögen gefragt sind.

Wo Agenten im Mittelstand helfen

  • Angebote aus Anfragen und vorhandenen Preisunterlagen vorbereiten
  • Tägliche Zusammenfassungen von E-Mails, Terminen und offenen Aufgaben
  • Recherche und Vorqualifizierung von Leads
  • Interne Fragen zu Prozessen und Richtlinien beantworten
  • Berichte aus mehreren Datenquellen zusammenstellen

Risiken und wie Sie sie steuern

  • Falsche Aktionen: Ein Agent kann eine Aufgabe missverstehen. Riskante Aktionen wie Senden, Löschen oder Bezahlen sollten eine Bestätigung erfordern.
  • Zu weite Rechte: Ein Agent sollte nur sehen und tun dürfen, was die Person oder Rolle dahinter darf.
  • Halluzinationen: Ergebnisse müssen überprüfbar bleiben – mit Quellen und nachvollziehbaren Schritten, siehe Halluzination.
  • Nachvollziehbarkeit: Ein Ausführungsverlauf zeigt, welche Schritte und Werkzeuge genutzt wurden.
  • Regulierung: Je nach Einsatzzweck können Transparenz- und Dokumentationspflichten nach dem EU AI Act greifen.

KI-Agenten in AIPE

In AIPE erstellen Sie eigene Assistenten mit Anweisungen, Dokumenten und Werkzeugen. Im Agent Studio bauen Sie Automatisierungen als Abläufe, testen sie, veröffentlichen sie und verfolgen sie über einen Ausführungsverlauf. Routinen führen Prompts zeitgesteuert oder einmalig aus; Runbooks und Claude-kompatible Skills lassen sich ergänzen. Agenten nutzen aktivierte Konnektoren wie Gmail, Google Calendar, Google Drive, Nextcloud, HubSpot oder ClickUp sowie konfigurierte MCP-Server, jeweils mit den Rechten der Organisation. Mit dem AIPE Worker lassen sich Aufgaben auf Ihren eigenen Rechnern ausführen – im Modus „Erst fragen“ bestätigen Sie riskante Aktionen. Mehr dazu im Ratgeber KI-Agenten und auf der Seite Agenten.

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