Was bedeutet BYOK?
BYOK (Bring Your Own Key) bedeutet, dass ein Unternehmen seinen eigenen API-Schlüssel eines KI-Anbieters in einer Softwareplattform hinterlegt, sodass Modellanfragen aus dieser Plattform über den eigenen Vertrag und das eigene Konto beim Anbieter laufen – und dort abgerechnet werden.
So funktioniert BYOK
KI-Plattformen greifen in der Regel über eigene Konten des Plattformbetreibers bei den Anbietern auf Large Language Models zu. Bei BYOK hinterlegen Sie stattdessen einen Schlüssel aus Ihrem eigenen Anbieterkonto – zum Beispiel für einen Cloud-Modelldienst. Anfragen, die diesen Schlüssel nutzen, werden dann im Rahmen Ihres Vertrags mit dem Anbieter verarbeitet; Nutzung und Kosten erscheinen in Ihrem Anbieterkonto.
Hinweis: In der Cloud-Sicherheit bezeichnet BYOK auch kundenverwaltete Verschlüsselungsschlüssel. Im KI-Kontext, wie hier, sind meist eigene API-Schlüssel für Modellanbieter gemeint.
Warum Unternehmen BYOK nutzen
- Bestehende Verträge: Viele Unternehmen haben bereits Vereinbarungen, Budgets oder Rahmenverträge mit einem Cloud- oder KI-Anbieter und möchten diese nutzen.
- Kostenkontrolle: Die Nutzung ist direkt im eigenen Anbieterkonto sichtbar und lässt sich dort begrenzen.
- Vertragsbeziehung: Für Anfragen über Ihren Schlüssel gelten die Auftragsverarbeitungsbedingungen Ihres eigenen Anbietervertrags.
- Modellzugang: Modelle oder Deployments, die Sie im eigenen Konto eingerichtet haben, werden in der Plattform nutzbar.
Was BYOK nicht löst
- Datenschutz ist nicht automatisch erfüllt: Ob die Verarbeitung zulässig ist, hängt von Anbieter, Region und Verträgen ab – siehe DSGVO-konforme KI.
- Die Plattform verarbeitet weiterhin Daten: Prompts und Antworten laufen weiter durch die genutzte Plattform; deren Auftragsverarbeitungsvertrag bleibt relevant.
- Limits gelten weiter: Ratenbegrenzungen und Kontingente Ihres Anbieterkontos wirken sich direkt auf die Nutzung in der Plattform aus; ist das Budget erschöpft, schlagen Anfragen über diesen Schlüssel fehl.
- Schlüsselverwaltung liegt bei Ihnen: Schlüssel müssen rotiert, beschränkt und widerrufen werden, wenn Mitarbeitende ausscheiden oder ein Schlüssel kompromittiert ist.
Checkliste für BYOK
- Einen eigenen Schlüssel für die Plattform erstellen, statt einen bestehenden mitzunutzen.
- Rechte und Budget des Schlüssels beim Anbieter so weit wie möglich begrenzen.
- Region und Auftragsverarbeitungsbedingungen des Anbieterkontos prüfen.
- Festlegen, ob Schlüssel für die ganze Organisation oder für einzelne Personen gelten.
- Bestimmen, wer Schlüssel hinterlegen, ändern und löschen darf.
- Regelmäßige Rotation einplanen.
BYOK in AIPE
In AIPE können Organisationen und einzelne Nutzer eigene API-Schlüssel von Modellanbietern hinterlegen. Die Schlüssel werden verschlüsselt gespeichert. Nutzung über den eigenen Schlüssel rechnet Ihr Anbieter ab; Nutzung über den Modellzugang von AIPE wird nach tatsächlichem Verbrauch mit öffentlich einsehbaren Token-Preisen abgerechnet. Modellanbieter sind pro Organisation konfigurierbar, Anfragen laufen über einen Modell-Router. Welche Modelle verfügbar sind, zeigt die Seite KI-Modelle, die Preise finden Sie unter Preise. Worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten, erklärt der Ratgeber DSGVO und KI.
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